Wer distanziert sich nicht ganz klar von den immer wieder in Medien angeprangerten Straftaten, wie zum Beispiel Steuerhinterziehung? Als Kriminelle werden diejenigen beschimpft, die sie begehen und doch scheinen wir, sobald es um unsere eigenen Angelegenheiten geht, etwas nachlässiger zu sein, was die Verurteilung angeht. Denn nicht selten wird versucht, bei Schadensfällen aller Art ein Versicherungsbetrug zu unternehmen und das ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Und doch: Jeder fünfte Deutsche sieht im Versicherungsbetrug nur ein Kavaliersdelikt, das fast jeder einmal begeht. Im schlimmsten Fall jedoch kann es schwere zivil- und strafrechtliche Folgen nach sich ziehen. Hin und wieder droht sogar Gefängnis.

Ausrede: Wofür zahle ich denn ein?

Natürlich ist es immer ärgerlich, für eigens verschuldete Sachschäden selbst aufkommen zu müssen. Da wird schnell ein kaputtes Smartphone als gestohlen gemeldet oder die teure Porzellansammlung ist vorgeblich durch den Fußball des Nachbarsjungen zu Bruch gegangen. Was ist denn schon dabei, durch so eine kleine Notlüge Geld von der Versicherung einzustreichen, schließlich zahlt man doch dafür ein?

Solche Vergehen bleiben so gut wie nie ungestraft. Den Versicherungen ist dieses Vorgehen bekannt und so haben sie, um der Masse an Versicherungsbetrügern Einhalt zu gebieten, ihre ganz eigenen Methoden entwickelt, um den Tätern auf die Schliche zu kommen. So werden beispielsweise Detektive eingesetzt, die genau nachvollziehen können, wie der Schaden am jeweiligen Objekt entstanden ist und ob sich dies mit der an die Versicherung herangetragenen Geschichte deckt.

Einstellung zum Versicherungsbetrug - Quelle: GDV, 2011

Einstellung zum Versicherungsbetrug – Quelle: GDV, 2011

Was droht bei einem Versicherungsbetrug?

Zu den zivilrechtlichen Strafen, die einem Versicherungsbetrüger drohen, zählt unter anderem die Zahlungsverweigerung durch die Versicherung. Das mag zwar im ersten Moment noch ärgerlich erscheinen, ist aber die harmloseste aller Konsequenzen. Zusätzlich droht auch der Verlust des Versicherungsschutzes sowie eine Rückforderung von entstandenen Kosten und bereits erbrachten Leistungen. Und auch hier kann sich der Täter glücklich schätzen, wenn es dabei bleibt.

Je nach Dreistigkeit des Betruges und Höhe des erschwindelten Geldbetrages kann es zur Erstattung einer Strafanzeige kommen. Und diese kommt nicht nur bei Unsummen von bezahlten Schäden zustande. Mehr und mehr wird auch bei kleineren Schäden Anzeige erstattet. Sollte daraufhin eine Verurteilung erfolgen, erwarten den Betrüger hohe Geldstrafen oder sogar Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Da schon der Versuch eines Versicherungsbetruges strafbar ist, solltest du dich fragen, ob es die 100 € Gewinn, die du von der Versicherung erhältst, wirklich wert sind, mehrere Hundert Euro Bußgeld oder eine Haftstrafe zu riskieren. Versicherungen gibt es nicht ohne Grund und im Zweifelsfall zieht man sie einfach zurate, wenn sie wirklich nachweisbar gebraucht werden. Letztendlich ist es am Versicherungsnehmer, mit Hilfe von Rechnungen, Fotos oder Ähnlichem den beschriebenen Schadensfall zu beweisen.

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